Mitarbeiterbindung ist Führungsaufgabe

Die langfristige Bindung von MitarbeiterInnen ist ein wesentlicher Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen. Leider haben viele UnternehmerInnen diese Erkenntnis noch nicht. Und das, obwohl der demografische Wandel den Arbeitsmarkt leer fegt. Neue MitarbeiterInnen auf dem Arbeitsmarkt zu finden und für das eigene Unternehmen zu begeistern, ist zu einer große Herausforderung für Personalentscheider geworden. Deshalb gewinnt die Mitarbeiterbindung enorm an Bedeutung und sollte in Unternehmen zur Chefsache gemacht werden.

Warum Mitarbeiterbindung wichtig ist

In der Vergangenheit, als auf eine Stellenausschreibung oft mehrere Hundert Bewerbungen auf den Tischen der Arbeitgeber landeten, haben sich viele Firmen keine Gedanken über das Thema Mitarbeiterbindung gemacht. Oft wurde einfach nach der amerikanischen Devise „hire and fire“ vorgegangen, denn die freigewordene Stelle war schnell neu besetzt.

Heute können es sich Firmen nicht mehr erlauben, die eigenen MitarbeiterInnen nur als Kostenfaktor mit einer Personalnummer zu sehen, denn ohne motivierte und engagierte MitarbeiterInnen werden Unternehmen langfristig nicht überleben.

Schon vor dem Fachkräftemangel war der Verlust von Leistungsträgern in der Belegschaft kosten- und zeitintensiv: Stellenausschreibungen erstellen, Anzeigen schalten, Bewerbungsunterlagen sichten, Auswahlverfahren und Vorstellungsgespräche durchführen sowie die Einarbeitung sicherstellen. Und erst nach der Probezeit konnten Führungskräfte erkennen, ob die Personalauswahl die richtige war.

Was das für Unternehmen bedeutet

Wenn Unternehmen Talente und LeistungsträgerInnen mit gefragten Schlüsselkompetenzen binden wollen, sollten sie als Erstes auf das Verhalten ihrer Führungskräfte schauen: Gehen sie auf die Bedürfnisse der MitarbeiterInnen ein? Können sie Aufgaben klar und deutlich delegieren? Wie gehen sie mit Kritik und Fehlern der MitarbeiterInnen um?

„MitarbeiterInnen kommen wegen des Jobs und gehen wegen des Chefs.“

Die preiswerteste Maßnahme der Mitarbeiterbindung ist das positive Führungsverhalten der direkten Vorgesetzten. Doch Führungskräfte sind auch MitarbeiterInnen. Deshalb ist es unabdingbar, dass Veränderungen im Führungsverhalten bei der Unternehmensspitze anfangen: Mit einer klare Haltung zu einer modernen Führungskultur ist sie wegweisendes Vorbild für alle anderen Führungskräfte, denn: Der Fisch stinkt immer vom Kopf her.

Was Führungskräfte für die Mitarbeiterbindung tun können

Führungskräfte tragen die Verantwortung dafür, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem MitarbeiterInnen Herausforderungen entsprechend ihrer Stärken erhalten, ihre Kreativität einbringen und positive Erfahrungen machen können,  sodass sie die  an sie gestellten Erwartungen im Job bestmöglich erfüllen. Doch wie kann das gelingen?

Situation im eigenen Führungsbereich erfassen
Welche Stärken und Schwächen hat jeder Mitarbeiter? Wie funktioniert die Zusammenarbeit im Team? Haben alle MitarbeiterInnen gleichen Zugang zu Informationen? Wer ist motiviert und wer hat schon innerlich gekündigt?

Maßnahme: Um sich über die Situation jedes einzelnen klar zu werden, führt die Führungskraft Einzelgespräche mit den MitarbeiterInnen, um daraus resultierende notwenige Veränderungen einzuleiten.

Sich selbst regelmäßig reflektieren
Wie werde ich von meinen MitarbeiterInnen wahrgenommen? Was ist mir in meinem Führungsverhalten wichtig? Was erwartet meine Führungskraft von mir?

Maßnahme: Die Führungskraft nimmt die Unterstützung eines erfahrenen Business-Coaches in Anspruch, um ihre Kompetenz der Selbstreflexion und des Selbstmanagements zu verbessern und neue Handlungsoptionen zu entwickeln.

Kommunikation als Mittel zur Mitarbeiterbindung verstehen
Oft dient Kommunikation in Unternehmen überwiegend als Mittel zur Übertragung von sachlichen Informationen. Doch MitarbeiterInnen wollen als Mensch wahrgenommen werden, wollen hören, dass sie eine gute Arbeit machen und sehen, dass ihr Chef wirkliches Interesse an ihnen hat.

Maßnahme: Die Führungskraft achtet auf einen wertschätzenden Umgang und lobt ihre MitarbeiterInnen situationsbezogen, denn „nicht gemeckert ist gelobt genug“ funktioniert nicht mehr. Anerkennung des Engagements und der erbrachten Leistung als auch mal ein persönliches Wort helfen enorm, dass sich MitarbeiterInnen motiviert im Unternehmen engagieren. Darüber hinaus unterstützen regelmäßige Feedback-Gespräche den offenen Austausch zwischen Führungskraft und MitarbeiterIn.

Fazit: Deshalb zahlt sich Mitarbeiterbindung aus

MitarbeiterInnen, die merken, dass sie nicht nur eine austauschbare Arbeitskraft für den Arbeitgeber sind und sich von ihrer Führungskraft wertgeschätzt und verstanden fühlen, tragen deutlich zum Unternehmenserfolg bei:

  • Sie arbeiten gerne und tragen zu einer positiven Stimmung – im Unternehmen und auch bei Kunden – bei.
  • Sie sind motiviert und auch zu außergewöhnlichem Einsatz bereit.
  • Sie sind flexibel und innovativ, weil ihnen das Unternehmen wichtig ist.
  • Sie sprechen anerkennend über ihr Unternehmen und tragen so zum positiven Arbeitgeberimage bei.

Oder kurz: Gute Mitarbeiterbindung ist die beste Maßnahme gegen Fach- und Führungskräftemangel!

Ihre Meinung interessiert uns. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar.

Von | 2017-07-11T17:59:25+00:00 Dienstag, 11.7.2017|Allgemein|0 Kommentare

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